Sonntag, 29. März, 2026

Raus aus Big Tech #3 - Google Calendar


Einleitung Raus aus Bigtech: Ausstieg aus Google Calendar

Meinen Kalender zwischen Laptop und Handy synchronisieren, Termine teilen und andere dazu einladen - sehr angenehm - aber kann das wirklich nur Google? Selbstverständlich nicht.

Der Proton Kalender aus der Schweiz kann das sogar besser, denn Proton bietet besten Datenschutz und ist werbefrei und nicht durch Überwachungswerbung finanziert.

Ausstieg aus Google Kalender und Transfer der Termine

So komplex der Ausstieg aus OneDrive war, so einfach funktioniert der Kalender-Umstieg von Google zu Proton:

Im Google Kalender:

  1. Einstellungen
  2. Importieren/Exportieren
  3. Exportieren
  4. Nun wird ein zip File heruntergeladen, darin ist das benötigte ics File

Im Proton Kalender:

  1. Meine Kalender
  2. Einstellungen
  3. Import/Export
  4. Aus ICS-Datei importieren

Nachdem ich überprüft habe, ob alle Termine korrekt im neuen Kalender angekommen sind, habe ich jene Termine, die ich nicht geteilt habe, aus Google gelöscht. Die wenigen bereits geteilten lasse ich noch bestehen, da sie sonst womöglich aus den Kalendern der Eingeladenen verschwinden könnten. Bis diese Termine vorbei sind, dauert es nicht mehr lang. Neue Termine erstelle und teile ich nur noch im Proton Kalender.

Mit einem Account kann ich den Kalender wie gewohnt zwischen Laptop und Handy synchronisieren.
Der einzige Nachteil der Gratisversion: es gibt nur eine Farbe, damit kann ich aber leben 😉

Proton bietet neben Mail und Kalender auch andere Services an. Nächste Woche werde ich vom Google Authenticator zu Proton Authenticator wechseln. Und dann wird es höchste Zeit, aus MS Office auszusteigen.

Sonntag, 22. März, 2026

Raus aus Big Tech #2 - OneDrive


Einleitung Raus aus Bigtech: Ausstieg aus MS OneDrive

Bisher habe ich für Backups Microsoft OneDrive genutzt. Die Software spricht speziell meine Bequemlichkeit an - ich muss nie STRG+S drücken, da die Software alles automatisch speichert und wenn ich online bin, auch gleich ein Cloud-Backup vornimmt. In Echtzeit.

EU Data Boundary schützt nicht vor Zugriff

Bei OneDrive for Business / Schule / Microsoft 365 liegen die Daten grundsätzlich in der Geografie des Tenants; für EU-/EFTA-Kunden bewirbt Microsoft zusätzlich die EU Data Boundary für Microsoft 365. Den tatsächlichen Speicherort kann ein Global Admin im Admin Center unter Data location nachsehen. Aber: speichern in Europa ist nicht dasselbe wie souverän. Microsoft hat technisch und vertraglich weiterhin eine Machtposition über Zugriff und Verfügbarkeit. Microsoft kann theoretisch auf Inhalte zugreifen, soweit das für Betrieb, Support oder gesetzliche Verpflichtungen notwendig ist.

Microsoft 365 / OneDrive for Business: Datenstandort ist im Tenant nachsehbar

„see where … customer data … is stored at rest“

Quelle: Microsoft Learn, Data Location Card

„European Union/EFTA“ mit Rechenzentren u. a. in „Austria … Germany … Netherlands … Sweden“

Quelle: Microsoft Learn, Overview and Definitions

Microsoft kann theoretisch auf Inhalte zugreifen

„some cases require a Microsoft engineer to access your content“

Quelle: Microsoft Learn, Customer Lockbox requests

„The engineer gets access only to the file in question“

Quelle: Microsoft Learn, Cloud data security measures in SharePoint & OneDrive
Dazu passend der Schutzmechanismus:

„can’t access your content … without your explicit approval“

Das bestätigt indirekt auch, dass Zugriff grundsätzlich möglich ist, sonst bräuchte es diese Freigabe nicht.
Quelle: Microsoft Learn, Customer Lockbox requests

Microsoft kann Konten/Zugänge sperren

Privates Microsoft-Konto / OneDrive Personal:

„your account has been locked due to suspicious activity“

oder wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen
Quelle: Microsoft Support
Microsoft 365 / Schule / Firma:

„Block a user’s access to Microsoft 365 services“

und

„select Block sign-in“

Quelle: Microsoft Learn
Ebenfalls dort:

„Blocking an account can take up to 24 hours to take effect“

Quelle: Microsoft Learn

Konkreter realer Fall mit Microsoft-Dienstabschaltung

Wie bereits letzte Woche erwähnt, ist das alles nicht hypothetisch - es gab bereits einen Fall:
AP:

„The sanctions led Microsoft to cancel Khan’s ICC email“

Microsofts eigene Einordnung laut AP:

„disconnection of its sanctioned official from Microsoft services“

und

„At no point did Microsoft cease or suspend its services to the ICC“

.
Quelle: AP News, 3. Februar 2026

Ausstieg aus Microsoft OneDrive

Für mich war klar, dass ich aussteigen will, aber wohin mit meinem Backup? Ganz korrekt habe ich Backups auf unterschiedlichen Medien an unterschiedlichen Orten. Wenn aber nun mein Cloud-Backup wegfällt, wodurch ersetze ich es?

Meine Wahl ist auf die Hetzner Storage Box gefallen. Preis/Leistung passt für mich und es gibt Standorte in Deutschland und Finnland, ich weiß also genau, wo meine Daten gespeichert sind. Das Hochladen zu Hetzner ist einfach und außerdem gut dokumentiert. Tricky war dagegen der Ausstieg aus Microsoft OneDrive, daher teile ich hier eine Step by Step Anleitung:

  1. Synchronisierung von OneDrive auf dem Computer ausschalten; falls mehrere Geräte verbunden sind, dort auch ausschalten und ausgeschaltet lassen.
  2. Files aus dem OneDrive Ordner hinaus verschieben, die Files müssen dafür lokal gespeichert sein, damit das funktioniert.
  3. Synchronisierung auf dem Computer fortsetzen.
  4. Dadurch werden die Files online gelöscht.
  5. Im Browser: OneDrive aufrufen und kontrollieren und ggf. manuell löschen.
  6. Papierkorb leeren, das ist aber noch nicht das Ende, die Daten sind noch da.
  7. Den Endgültigen Papierkorb aufrufen, alle Files sind noch dort gespeichert…
  8. Endgültigen Papierkorb leeren.
  9. Jetzt OneDrive vom Computer deinstallieren (es erscheint ein Popup, das vorgibt, das gesamte Office365 würde gelöscht, das stimmt aber nicht, es betrifft nur OneDrive)

Nächste Woche nehme ich mir den Google Calendar vor.

Sonntag, 15. März, 2026

Raus aus Big Tech #1


Einleitung Digital souverän - Raus aus BigTech

So bequem es auch ist, sich nicht um Speichern, Backup, etc. kümmern zu müssen, weil BigTech einem alles abnimmt, so unbequem finde ich den Gedanken, meine Daten so direkt im Einflussbereich der US-TechGiganten zu wissen. Das Unbehagen ist gestiegen: Im Mai 2025 berichtete AP, dass Microsoft im Zuge der US-Sanktionen die E-Mail-Adresse von ICC-Chefankläger Karim Khan deaktiviert habe; Khan musste laut AP auf Proton Mail wechseln. (AP News, Mai 2025)

Daher habe ich begonnen, mein digitales Leben nach Europa zu holen. In dieser Serie werde ich über meine Fortschritte und Erfahrungen berichten.