Meinen Kalender zwischen Laptop und Handy synchronisieren, Termine teilen und andere dazu einladen - sehr angenehm - aber kann das wirklich nur Google? Selbstverständlich nicht.
Der Proton Kalender aus der Schweiz kann das sogar besser, denn Proton bietet besten Datenschutz und ist werbefrei und nicht durch Überwachungswerbung finanziert.
Ausstieg aus Google Kalender und Transfer der Termine
So komplex der Ausstieg aus OneDrive war, so einfach funktioniert der Kalender-Umstieg von Google zu Proton:
Im Google Kalender:
Einstellungen
Importieren/Exportieren
Exportieren
Nun wird ein zip File heruntergeladen, darin ist das benötigte ics File
Im Proton Kalender:
Meine Kalender
Einstellungen
Import/Export
Aus ICS-Datei importieren
Nachdem ich überprüft habe, ob alle Termine korrekt im neuen Kalender angekommen sind, habe ich jene Termine, die ich nicht geteilt habe, aus Google gelöscht. Die wenigen bereits geteilten lasse ich noch bestehen, da sie sonst womöglich aus den Kalendern der Eingeladenen verschwinden könnten. Bis diese Termine vorbei sind, dauert es nicht mehr lang. Neue Termine erstelle und teile ich nur noch im Proton Kalender.
Mit einem Account kann ich den Kalender wie gewohnt zwischen Laptop und Handy synchronisieren.
Der einzige Nachteil der Gratisversion: es gibt nur eine Farbe, damit kann ich aber leben 😉
Proton bietet neben Mail und Kalender auch andere Services an. Nächste Woche werde ich vom Google Authenticator zu Proton Authenticator wechseln. Und dann wird es höchste Zeit, aus MS Office auszusteigen.
Bisher habe ich für Backups Microsoft OneDrive genutzt. Die Software spricht speziell meine Bequemlichkeit an - ich muss nie STRG+S drücken, da die Software alles automatisch speichert und wenn ich online bin, auch gleich ein Cloud-Backup vornimmt. In Echtzeit.
EU Data Boundary schützt nicht vor Zugriff
Bei OneDrive for Business / Schule / Microsoft 365 liegen die Daten grundsätzlich in der Geografie des Tenants; für EU-/EFTA-Kunden bewirbt Microsoft zusätzlich die EU Data Boundary für Microsoft 365. Den tatsächlichen Speicherort kann ein Global Admin im Admin Center unter Data location nachsehen. Aber: speichern in Europa ist nicht dasselbe wie souverän. Microsoft hat technisch und vertraglich weiterhin eine Machtposition über Zugriff und Verfügbarkeit. Microsoft kann theoretisch auf Inhalte zugreifen, soweit das für Betrieb, Support oder gesetzliche Verpflichtungen notwendig ist.
Microsoft 365 / OneDrive for Business: Datenstandort ist im Tenant nachsehbar
Für mich war klar, dass ich aussteigen will, aber wohin mit meinem Backup? Ganz korrekt habe ich Backups auf unterschiedlichen Medien an unterschiedlichen Orten. Wenn aber nun mein Cloud-Backup wegfällt, wodurch ersetze ich es?
Meine Wahl ist auf die Hetzner Storage Box gefallen. Preis/Leistung passt für mich und es gibt Standorte in Deutschland und Finnland, ich weiß also genau, wo meine Daten gespeichert sind. Das Hochladen zu Hetzner ist einfach und außerdem gut dokumentiert. Tricky war dagegen der Ausstieg aus Microsoft OneDrive, daher teile ich hier eine Step by Step Anleitung:
Synchronisierung von OneDrive auf dem Computer ausschalten; falls mehrere Geräte verbunden sind, dort auch ausschalten und ausgeschaltet lassen.
Files aus dem OneDrive Ordner hinaus verschieben, die Files müssen dafür lokal gespeichert sein, damit das funktioniert.
Synchronisierung auf dem Computer fortsetzen.
Dadurch werden die Files online gelöscht.
Im Browser: OneDrive aufrufen und kontrollieren und ggf. manuell löschen.
Papierkorb leeren, das ist aber noch nicht das Ende, die Daten sind noch da.
Den Endgültigen Papierkorb aufrufen, alle Files sind noch dort gespeichert…
Endgültigen Papierkorb leeren.
Jetzt OneDrive vom Computer deinstallieren (es erscheint ein Popup, das vorgibt, das gesamte Office365 würde gelöscht, das stimmt aber nicht, es betrifft nur OneDrive)
Nächste Woche nehme ich mir den Google Calendar vor.
So bequem es auch ist, sich nicht um Speichern, Backup, etc. kümmern zu müssen, weil BigTech einem alles abnimmt, so unbequem finde ich den Gedanken, meine Daten so direkt im Einflussbereich der US-TechGiganten zu wissen. Das Unbehagen ist gestiegen: Im Mai 2025 berichtete AP, dass Microsoft im Zuge der US-Sanktionen die E-Mail-Adresse von ICC-Chefankläger Karim Khan deaktiviert habe; Khan musste laut AP auf Proton Mail wechseln. (AP News, Mai 2025)
Daher habe ich begonnen, mein digitales Leben nach Europa zu holen. In dieser Serie werde ich über meine Fortschritte und Erfahrungen berichten.