Sonntag, 17. Mai, 2026

Raus aus Big Tech #10 - KI aus Europa


Einleitung Raus aus BigTech: KI aus Europa

Wenn wir über Künstliche Intelligenz reden, schauen viele automatisch in die USA: OpenAI, Google, Microsoft. Aber unsere europäische KI muss sich keineswegs verstecken:

Deutschland

Aleph Alpha aus Heidelberg setzt mit PhariaAI stark auf souveräne KI für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, Pharia-1-LLM-7B kann im Kontext von Forschung und Bildung genutztwerden, allerdings ausdrücklich nur nicht-kommerziell.

FLUX.2 von Black Forest Labs aus Freiburg-im-Breisgau zeigt, dass europäische KI auch bei Bildgenerierung ganz vorne mitspielen kann.

DeepL aus Köln liefert hochqualitative Übersetzungen von Texten und sogar ganzen Dokumenten und Websites.

Schweiz

Lumo von Proton kommt aus Genf und positioniert sich bewusst als privatsphärefreundlicher KI-Assistent. Lumo gehört zur großen Proton-Produktpalette, über die ich bereits berichtet habe (Pass, VPN, Drive, etc.)

AlpineAi aus Davos hat den Fokus auf Behörden, Gesundheitswesen und Hochschulen.

Frankreich

Mistral AI aus Paris entwickelt leistungsfähige Sprachmodelle, die Open-Weight-Modelle sind auch auf eigener Hardware deploybar. Derzeit wird gerade ein Rechenzentrum in Schweden gebaut. Le Chat ist der Chatbot von Mistral.

Noota aus Toulouse ist ein DSGVO-konformer Meeting-Assistent für Unternehmen.

Schweden

Lovable aus Stockholm ist eine Vibe-Coding Plattform.

Großbritannien

Synthesia mit Sitz in London ist im Bereich KI-Videos sehr gut.

Europa und die KI

Die EU will KI in Europa fördern und wettbewerbsfähig machen, aber unter klaren Regeln: KI soll Innovation und technologische Souveränität stärken, gleichzeitig aber vertrauenswürdig, menschenzentriert, sicher und mit europäischen Grundrechten vereinbar bleiben.

Seit 1. August 2024 ist der europäische AI Act in Kraft - der erste umfassende Rechtsrahmen für KI in der EU. Er verbietet KI nicht pauschal, sondern unterscheidet nach Risiko. Je höher das Risiko für Menschen, Grundrechte, Sicherheit oder Gesundheit, desto strenger die Anforderungen.

Self-Hosting Experiment

Mich persönlich beschäftigt unter anderem gerade das Thema Self-Hosting. Mit OpenClaw teste ich, wie weit man mit lokaler KI auf eigener Hardware kommt: ohne dauernde Cloud-Abhängigkeit, mit mehr Kontrolle über Daten, Modelle und Arbeitsumgebung. Das ist bei weitem nicht so bequem wie ein fertiger Online-Dienst.

Und ja, es ist korrekt, dass OpenClaw Sicherheitsrisiken birgt, deshalb ist es auch keine gute Idee, diese Experimente im Produktivsystem zu machen. Bei mir läuft OpenClaw auf eigener Hardware und es ist noch sehr, sehr viel Finetuning und Konfiguration notwendig, bis das System meinen Anforderungen entspricht.

Über meine Erfahrungen werde ich hier berichten.